RKWiki

Warum immer ich?

Warum immer ich? Wer hat sich dies noch nicht gefragt? Diese Frage ist rein menschlich, und wir stellen sie uns immer dann, wenn wir das Gefühl haben, dass eine Situation uns überfordert.
Die Geschichte von Jona greift unsere ursprünglichen menschlichen Erfahrungen auf. Die Menschen, Erwachsene wie Kinder, kommen immer wieder in Situationen, die es zu bewältigen gilt. Die Flucht vor der Verantwortung, das Ausweichen vor Konflikten, das Meiden von Situationen, die uns ängstigen, ist uns nicht fremd. Einerseits sind wir stolz, wenn uns jemand etwas zutraut. Anderseits können wir einen Auftrag auch als Zumutung empfinden und fühlen uns überfordert, sind verunsichert und vielleicht auch wütend.
Manchmal, aber nicht immer, ist der Rückzug hilfreich und förderlich. Innere Reifung und Stärkung der Persönlichkeit sind nur möglich, wenn wir uns dem Leben und seinen Anforderungen stellen. Dafür fehlt uns aber oft der Mut. Das Gefühl der Überforderung durch Aufgaben, die nicht zu schaffen sind, ist auch Kindern sehr vertraut. Ebenso bedeutsam ist es für sie, wichtige Aufträge zu bekommen, „Experte“ zu sein, zu helfen, „aufgerufen“ und „drangenommen“ zu werden. Diese Ambivalenz erleben Kinder täglich.
Das Buch Jona erzählt uns von einem Menschen, dem Gott etwas Großes zutraut, der aber mit seinem Auftrag hadert, sich überfordert fühlt, ängstlich ist und wegläuft. Die RKW begleitet den Weg des Jona. Sie ermöglicht allen, die Gefühle der Jonafigur mit all ihren Erfahrungen wahrzunehmen und diese nachzuempfinden. Die Teilnehmenden entdecken einen lebensbejahenden Gott, der Jonas „Trotzen und Motzen“ aushält und ihn immer wieder neu in seinen Auftrag hineinruft.

1. TAG: Meinst du mich?
Gott spricht Jona an und gibt ihm einen Auftrag. Auch heute noch spricht Gott Menschen ganz konkret an. Vielleicht auch uns? Rechnen wir heute noch damit, von Gott angesprochen zu werden?

2. TAG: Nicht mit mir!
Jona versucht, sich von Gott und dessen Auftrag zurückzuziehen. Sein Verhalten macht deutlich, dass Rückzug oder Ablehnung mögliche Reaktionen auf Gottes Anruf sind, dass diese aber nicht zum Leben führen.
Auch wir sagen gelegentlich: „Nicht mit mir!“, weil wir uns unsicher fühlen und Ängste haben. Ist es sinnvoll, dass wir vor herausfordernden Situationen davonlaufen, uns zurückziehen, oder sollten wir uns der Situation stellen?

3. TAG: Ich kann dir trauen!
Jona wird sich seiner Situation bewusst und greift in seiner Not auf traditionelle Gebetsformen zurück, um mit Gott in Kontakt zu treten. Er spürt, dass alles Wegrennen nicht zum Ziel führt, und versucht, Gott zu vertrauen. Können wir Gott vertrauen?

4. TAG: Ich versuche es mal!
Jona hat das Vertrauen Gottes erfahren und führt seinen Auftrag aus. Er bewirkt dadurch Großes. Vielleicht können auch wir Großes bewirken? Auf den Versuch kommt es an!

5. TAG: Bin ich dabei?
Jonas Wirken hat verhindert, dass Ninive zerstört wird. Aber Gottes Erbarmen für die Stadt passt nicht in seine Vorstellung. Genauso wie Jona müssen wir uns fragen: Bin ich dabei, auch wenn Gott anders handelt?

 


Das Material kann beim St. Benno-Verlag bestellt werden.