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| Schnupper-Rundgang: Was ist RKW? |
Religiöse Kinderwochen (RKW) sind besondere Ferienfreizeiten für Kinder, die von der katholischen Kirche vor allem im Osten Deutschlands angeboten werden. Vorrangiges Ziel der RKW ist es, den Teilnehmern für diese Zeit ein Leben in christlicher Gemeinschaft zu ermöglichen.
Nach den Berichten der Bibel sammelt Jesus Menschen um sich, die mit ihm und miteinander in seinem Geist zu leben versuchten. Dafür mussten sie häufig ihre gewohnten Lebensbereiche verlassen. Dann aber erfuhren sie bei ihm die Nähe Gottes und die Geschwisterlichkeit aller Menschen. Auch wenn sie vieles nicht verstanden, merkten sie doch, dass diese Gemeinschaft, wie Jesus sie gegründet hatte, ihrem Leben Sinn und ihrer Seele Heimat gab. Nachdem Jesus sein Leben vollendet hatte, brachten seine Schüler und Freunde - begleitet und angetrieben vom Geist Jesu - dieses Angebot einer lebendigen Gemeinschaft im Geist Jesu zu allen Menschen überall auf der Welt.
Diese lebendige Gemeinschaft ist auch heute ein Leben im Geist Jesu. Im Geist Jesu zu leben heißt zu wissen,
- dass Gott nicht fern bleibt, sondern mit all seiner Güte täglich in unserer Nähe und für uns wirklich erfahrbar ist
- dass wir dankbar sein dürfen für alle Gaben der Schöpfung, wir aber auch verantwortungsvoll mit ihnen umgehen müssen
- dass wir darauf vertrauen dürfen, dass die Menschen gut zueinander sein können
- dass die Begegnung mit anderen Menschen (gerade auch mit dem, der mir noch fremd ist) eine Begegnung mit dem liebenden Gott sein kann
- dass der Sinn unseres Lebens darin besteht, in Gemeinschaft miteinander zu leben und das Leben miteinander zu teilen (und dass also alles, was uns von der Gemeinschaft trennt, uns vom Sinn unseres Lebens abschneidet).
Diese lebendige Gemeinschaft beim spielen, singen, essen, beten, baden, Gottesdienst feiern, nachdenken, miteinander reden, lachen, streiten und versöhnen, und bei allen anderen Tätigkeiten des Lebens immer wieder neu zu erfahren, möchten wir mit der RKW möglich machen. Abseits aller gesellschaftlichen Rollenspiele, Leistungsforderungen, Moden, technischen Verführungen und Betäubungen, kurzfristigen Spaßversprechungen und vieler sehr materieller Wertsysteme streben wir ein einfaches, aber gerade darum tiefer gehendes und wertvolles Leben an in der neuen Familie, die sich um Jesus sammelt. Dort kann ich erleben, dass ich akzeptiert werde, wie ich bin, dass Freude länger anhält als Spaß zu haben, und dass es bereichernd ist, mein Leben mit anderen zu teilen. Zu dieser Familie gehören alle dazu, die Kinder, aber auch die Älteren, die darum alle Helfer heißen, weil sie nicht wichtiger, mächtiger oder wissender sind, sondern nur auf Grund längerer Lebenserfahrung die Fähigkeit haben, auf unterschiedliche Art und Weise zu helfen, dass die gesamte RKW gelingen kann.
Wenn diese Gemeinschaft wirklich erfahren wird, sollte es so sein, dass derjenige, der sie erlebt hat, sie immer wieder aufs Neue suchen wird. Gegen eine moderne Mentalität des "man-muss-alles-mal-mitgemacht-haben" oder "man-sollte-möglichst-viel-kennen-lernen" wünschen wir uns eine echte Beziehung, die dauerhaft ist und mit wiederholten Teilnahmen an der RKW immer noch fester wird. Dazu gehört auch die Fortsetzung der entstandenen Beziehungen im nach der RKW wieder einsetzenden Alltag. Und die Sehnsucht, möglichst bald wieder in diese Gemeinschaft im Geist Jesu einzutauchen, die in dieser Intensität und Dauer heutzutage wohl kaum noch anderswo erfahren werden kann.
